Falls Sie über die folgende Listen hinausgehende Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese gerne. Für Kontaktdaten klicken Sie bitte hier.

Bei ernsthaftem Interesse besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit dem eigenen Kind einen „Schnuppertag“ im Naturkindergarten zu verbringen, um den „Alltag“, die Gruppe und die Erzieherinnen sowie das Gelände kennenzulernen.

  1. Hat der Kindergarten in den Ferienzeiten geschlossen? Wie sind die Öffnungszeiten?
  2. Ist es nicht langweilig immer die selben Strecken zu laufen?
  3. Muss mein Kind nur im „Outdoor“- Laden teuer ausgestattet werden?
  4. Ist es im Winter nicht zu kalt für die Kinder?/ Werden sie nicht häufiger krank?
  5. Wie sieht es mit Regeln und Grenzen aus?
  6. Verirren sich die Kinder nicht im Wald?
  7. Wird denn auch gemalt und gebastelt?
  8. Wer sind die Erzieherinnen? Wie viele Kinder werden betreut?
  9. Brauche ich ein Auto, um mein Kind in den Kindergarten zu bringen/ abzuholen?
10. Lernen die Kinder im Wald alles, was sie für die Schule brauchen, können sie überhaupt stillsitzen?
11. Wie ist es mit der Hygiene beim Essen/ „Toilettengang“?
12. Wie ist es mit Zecken/ Fuchsbandwurm?
13. Was ist, wenn sich ein Kind verletzt?
14. Wie ist es bei Sturm/ Unwetter? Ist es dann nicht gefährlich?
15. Zusammenfassend: Warum ein Waldkindergarten? Unterschiede gegenüber einem Regelkindergarten


1. Hat der Kindergarten in den Ferienzeiten geschlossen? Wie sind die Öffnungszeiten?

Im Sommer werden die Kinder von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr und im Winter von 9.00 bis 13.00 Uhr betreut.

Für bis zu 10 Kindern besteht die Möglichkeit ab 7.30 Uhr- 13.00 Uhr den Kindergarten zu besuchen.

Außer in den Winterferien ist der Kindergarten durchgängig geöffnet.

zurück

2. Ist es nicht langweilig immer die selben Strecken zu laufen?

Die Kinder entscheiden im Morgenkreis demokratisch, welche/r Strecke/ Essplatz gelaufen/ angesteuert wird. Die Natur verändert sich ständig, und die Kinder stellen mit Begeisterung die Unterschiede fest. Auch werden häufig Spaziergänger/ Waldarbeiter oder der Förster getroffen und nette Worte ausgetauscht oder die Kinder entdecken spannende Dinge, die dann gemeinsam besprochen werden.

zurück

3. Muss mein Kind nur im „Outdoor“- Laden teuer ausgestattet werden?

Selbstverständlich bleibt es den Eltern überlassen, wie sie ihr Kind ausstatten/ anziehen. Erfahrungsgemäß muss nicht in den „Outdoor“- Läden gekauft werden. Auch Matschkleidung vom Kaffeeröster hat sich bei einigen bewährt. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass das Kind regenfeste Kleidung besitzt und der Witterung entsprechend angezogen ist. Hierbei sind die „Waldkindergarten erfahrenen“ Eltern jederzeit gerne bereit, Tipps zur Bekleidung zu geben. Gelegentlich werden noch gut erhaltene Kleidungsstücke von größeren an kleinere Kinder weitergegeben.

zurück

4. Ist es im Winter nicht zu kalt für die Kinder? Werden sie nicht häufiger krank?

Da die Kinder die meiste Zeit in Bewegung sind, wird es ihnen selten kalt. Voraussetzung ist natürlich den Temperaturen angepasste Kleidung wie z.B. Wollunterwäsche und dicke, wasserdichte Schuhe.

Durch den Aufenthalt bei Wind und Wetter draußen sind die Kinder gut abgehärtet und sind im Vergleich zu Kindern aus einem Regelkindergarten eher seltener krank. Wenn die Kinder einmal erkältet sind, ist die feuchte Luft im Freien besser und einem schnellen Abheilen förderlicher, als heizungstrockene Raumluft, die die Schleimhäute gerade im Winter austrocknet.

zurück

5. Wie sieht es mit Regeln und Grenzen aus?

Beim Erforschen der Lebensräume von Wald, Wiese, Bach, etc. gibt es feste Regeln und Grenzen, die für die Kinder nachvollziehbar sind. So wissen die Kinder z.B., dass an den „Haltepunkten“ unbedingt Halt gemacht werden muss, damit kein Kind verloren geht. Gegessen wird im Wald außer dem mitgebrachten Frühstück nichts, weder Beeren noch Pilze. Vogelfedern werden auch nicht mehr aufgesammelt- wegen der Vogelgrippe. Was die Kinder nicht kennen (wie z.B. Fuchsköder oder Ähnliches), darf nicht angefasst werden und es darf auch nichts an oder in den Mund genommen werden.
Natürlich gibt es noch mehr Regeln und Absprachen die den Alltag des Kindergartens begleiten. Dies sind jedoch die wichtigsten Regeln in Punkto Sicherheit.

zurück

6. Verirren sich die Kinder nicht im Wald?

Es gibt strikte Regeln, die zur Sicherheit eingehalten werden müssen. Auf jeder Strecke gibt es bestimmte „Haltepunkte“ (in Sichtweite der Erzieherinnen), an denen die Kinder auf den Rest der Gruppe warten müssen. Auch die Kleinsten merken sich schnell die „Haltepunkte“ – außerdem haben sie meist Unterstützung der älteren Kinder.
Auch der Spielbereich ist für die Kinder sichtbar durch Stöcke gekennzeichnet. So befinden sich die Kinder immer in der Nähe der Anderen.

zurück

7. Wird denn auch gemalt und gebastelt?

Die Kinder malen häufig mit „Malsteinen“ auf der Landwirtschaftsstraße, die Erzieherinnen haben aber auch Stifte und Papier dabei, so dass bei Wunsch gemalt werden kann. Zu verschiedenen Anlässen (Ostern, Muttertag, St. Martin, Weihnachten) sowie natürlich auch außer der Reihe wird – meist mit Naturmaterialien- gebastelt. Viele der kleinen und großen Basteleien/ Kunstwerke, die den Tag über entstehen, bleiben jedoch vor Ort in der Natur, so dass die Kinder wenig gebastelte Sachen mit nach Hause bringen.

zurück

8. Wer sind die Erzieherinnen? Wie viele Kinder werden betreut?

Unsere beiden Erzieherinnen betreuen maximal 20 Kinder. Unsere "Waldfee" Gisela, eine erfahrene Erzieherin mit einer Spezialausbildung zur Naturpädagogik hat uns Mitte 2010 verlassen. Für Sie ist mit Petra eine engagierte und erfahrene Nachfolgerin zu uns gekommen. Vervollständigt wird unser Team durch Melanie, eine Dipl. Sozialpädagogin. Beide sind „Naturmenschen“ und haben viel Spaß daran, mit den Kindern durch die Natur zu streifen, Neues zu entdecken und gemeinsam die Entdeckungen zu erforschen und zu besprechen.
Ein Bild über die Beiden kann man sich bei unseren jaährlichen Informationsveranstaltungen für Interessenten, dem Tag der offenen Tür oder bei einem Schnuppertag machen.

zurück

9. Brauche ich ein Auto, um mein Kind in den Kindergarten zu bringen/ abzuholen?

Ja, da der Abholplatz nicht identisch mit dem Treffpunkt ist. Aufgrund des Zusammenhalts der Eltern des Kindergartens bestehen eine Vielzahl von Fahrgemeinschaften, so dass man sich die Fahrten meist mit bis zu drei Familien teilt und somit gerade die Taunussteiner entlastet sind.

zurück

10. Lernen die Kinder im Wald alles, was sie für die Schule brauchen, können sie überhaupt stillsitzen?

Ja. Zum einen bietet der Wald zahlreiche Möglichkeiten, auch die Feinmotorik und die Konzentration zu schulen, sei es beim Bauen mit Holz am Werkzeugtag oder beim Beobachten der Natur. Die Kinder erfahren vieles aus erster Hand, was andere Kindergärten nur aus zweiter Hand bieten können. Und: gebastelt und gesungen wird auch draußen.

Aus einer breit angelegten wissenschaftlichen Studie geht hervor, dass z.B. die Waldkindergartenkinder in allen Bereichen bessere Werte erzielten. Hierbei wurden die Faktoren Motivation, Ausdauer, Konzentration, Sozialverhalten, Mitarbeit im Unterricht, musische, kognitive und körperliche Fähigkeiten verglichen.

Erfahrungswerte haben gezeigt, dass Kinder, die in den ersten Jahren ihren Bewegungsdrang ausleben konnten, besser stillsitzen können als Kinder , die Regelkindergärten besucht haben.

zurück

11. Wie ist es mit der Hygiene beim Essen und den großen und kleinen “Geschäften”?

In der wärmeren Jahreszeit waschen sich die Kinder mit Seife und Wasser vor dem Essen die Hände. In der kälteren Jahreszeit haben die Kinder extra „Esshandschuhe“ in einer kleinen Dose dabei, die sie vor dem Essen gegen die schmutzigen „Spielhandschuhe“ austauschen.

Für das „Pippimachen“ gibt es bei den Spiel-/Essplätzen spezielle Plätze; sollte ein großes Geschäft nötig werden, sorgen die Erzieherinnen mit einem kleinen Klappspaten für gute Düngung des Waldbodens. Erfahrungsgemäß wird der Stuhlgang durch die älteren Kinder dann meist zu Hause erledigt. Selbstverständlich haben die Erzieherinnen immer umweltfreundliches Toilettenpapier dabei.

zurück

12. Wie ist es mit Zecken/ Fuchsbandwurm?

Ratsam ist auch im Sommer festes Schuhwerk, lange Kleidung (am besten helle Kleidung) und eine Kopfbedeckung. Als weitere Hilfe zur Abwehr von Zecken kann man das Gesicht und die Hände mit bestimmten ätherischen Ölen einreiben, die für die Zecken eine abstoßende Wirkung haben. Nach einem Vormittag im Wald sollte als Vorsichtsmaßnahme von den Eltern immer der gesamte Körper nach Zecken abgesucht werden.

Gegen die von Zecken übertragene FSME kann vorsorglich geimpft werden- wobei unser Gebiet kein FSME- Risikogebiet ist.

Die Kinder kennen die Regel, dass nichts in den Mund gesteckt wird, weder Beeren, Pilze noch Stöcke oder änliches. Vor dem Essen- im Sommer- werden die Hände mit Seife und Wasser gewaschen, so dass eine Aufnahme der Eiern des Fuchsbandwurms unwahrscheinlich ist. Ohnehin ist ein solcher Befall äußerst selten in Deutschland und wird eher durch engen Umgang mit Haustieren verursacht, die Eier an der Schnauze oder am Fell tragen können. Erkrankungen sind extrem selten (ca. 13-23/Jahr in Deutschland), treten bei Kindern ganz besonders selten auf und unser Betreuungsgebiet liegt nicht in einem Risikogebiet wie der z.B. schwäbischen Alb.

zurück

13. Was ist, wenn sich ein Kind verletzt?

Die Erzieherinnen haben einen speziellen Erste- Hilfe- Kurs für Waldkindergärten absolviert und frischen diesen in regelmäßigen Abständen auf; Sie haben eine Erste- Hilfe-Tasche in ihrem Rucksack. Sie haben immer ein Handy dabei, mit dem sie Eltern, die zuständige Ärztin in Bad Schwalbach oder andere Stellen erreichen können.

Der Leitstelle Bad Schwalbach liegt zudem ein Plan des Geländes vor, auf dem Treffpunkte markiert sind. Damit ist eine gute Erreichbarkeit der Gruppe durch einen Rettungswagen sichergestellt.

zurück

14. Wie ist es bei Sturm/ Unwetter? Ist es dann nicht gefährlich?

Die Erzieherinnen sind jederzeit auf dem aktuellen Stand bezüglich der Wettervorhersage. Bei Sturm hält sich die Gruppe an Stellen auf, die ungefährlich sind, z.B. auf freiem Feld. Die Erzieherinnen sind im regelmäßigen Kontakt mit dem Förster, der ihnen Ratschläge zum sicheren Aufenthalt im Wald gibt.

zurück

15. Zusammenfassend: Warum ein Waldkindergarten?/ Unterschiede gegenüber einem Regelkindergarten

Für die meisten Kinder ist es etwas ganz Neues, den ganzen Vormittag im Wald zu verbringen, über den Waldboden zu laufen und auch Wind und Wetter am eigenen Körper zu spüren, die Natur im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten. Die Kinder machen Erfahrungen ganz elementarer Art, die gerade für die Psyche der Kinder sehr wichtig sind. Das Laufen auf den unebenen, verschiedenartigen Untergründen fördert spielerisch die koordinativen Fähigkeiten der Kinder. Gut geschützt durch die richtige Kleidung, machen Wind und Wetter nicht nur Spaß, sondern auch gesund.

Außerdem verbessern sich die Motorik und der Gleichgewichtssinn. Die meisten Kinder sitzen zuviel. Sie leiden unter akutem Bewegungsmangel mit daraus resultierenden körperlichen und seelischen Störungen. Dem kann durch den Waldkindergarten entgegengewirkt werden. Spielzeugfrei verbessert sich die Kommunikationsfähigkeit und der kreative Umgang mit natürlichen, "zwecklosen" Materialien. Die Kinder gestalten Ihre Freizeit größtenteils selbst und entwickeln somit durch ihre Phantasie und Eigeninitiative Lösungen für alltägliche Probleme und Konflikte. Diese schon früh erlernte Fähigkeit, konstruktiv mit Problemen und Schwächen umzugehen, gilt als wichtigste Suchtprävention und ist für zukünftige Herausforderungen des Lebens besonders bedeutungsvoll.

Im Naturkindergarten werden alle fünf Sinne des Kindes- Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken und Sehen- in einer Differenziertheit angesprochen, die der Vielfalt der natürlichen Umgebung entspricht. Die Intelligenz des Kindes wird angeregt und gefördert. Das Kind lernt vorwiegend über das eigenständige Tun, Erproben, Erfinden und Erleben

zurück